Sport und Gesundheit

Ausreichend Bewegung und Sport sind eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben bis ins hohe Alter. Leider können aber auch beim Sport Unfälle geschehen, Sportler können sich verletzen oder auf Grund körperlicher Schwierigkeiten  gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Gerade aus diesem Grund gibt es die gesetzlich verpflichtenden sportmedizinischen Untersuchungen. Da jeder Fachsportverband die Grenzen selbst festlegen kann, kommt es dabei leider manchmal zu Verwirrungen. Der VSS versucht dem mit Rundschreiben und aktuellen Tabellen entgegenzuwirken. 

Seit August 2013 schreibt ein Dekret des Gesundheitsministeriums zusätzlich eine Defibrillator-Pflicht für Sportvereine vor. Die Anschaffung der Geräte ist Aufgabe der Anlagenbesitzer, die Amateursportvereine müssen dafür sorgen, dass bis 30. Juni 2017 ausgebildetes Personal beim Training und Wettkampf anwesend ist.

Verpflichtende sportmedizinische Untersuchungen

Mit Inkrafttreten des sog. Balduzzi-Dekrets, das unter anderem eine Defibrillatoren-Pflicht für Vereine vorsieht, gab es einige Unruhe, weil darin auch Änderungen bei den sportmedizinischen Untersuchungen verbunden waren. Diese Änderungen wurden mit dem sogenannten Decreto del Fare Nr. 69 vom 9. August (Veröffentlichung in der Gazzetta Ufficiale vom 20.08.2013) aber wieder aufgehoben.

Damit bleibt im Bereich der sportmedizinischen Untersuchungen alles so, wie es auch schon in den Jahren zuvor war. Dies bedeutet, dass Sportler ab einem vom jeweiligen Fachsportverband festgelegten Alter eine gesetzlich verpflichtende sportärztliche Visite absolvieren müssen, sofern sie eine Sportart wettkampfmäßig (Meisterschaften, Turniere, etc.) betreiben. Jene unterhalb der festgelegten Altersgrenze müssen wie bisher die sogenannte Tauglichkeitsuntersuchung beim Kinder- oder Vertrauensarzt durchführen. FAQ sportmedizinische Visite

Grundsätzlich wird zwischen zwei Typen von Sportvisiten unterschieden, jene für Sportarten mit hoher Herz-Kreislauf-Belastung (Typ B) und jene mit geringer Herz-Kreislauf-Belastung (Typ A). Zu letzterer Kategorie gehören beispielsweise Schach, Fischen, Motorsportarten aber auch Golf und Sportschießen.

Die Untersuchung des Typs A umfasst eine ärztliche Visite, den Urinbefund und ein Ruhe-EKG. Nur zehn Prozent der sportärztlichen Visiten in Südtirol betreffen diesen Typus.

Bei den Untersuchungen des Typs B kommen noch ein Belastungs-EKG, eine Spirometrie (Lungenfunktionsprobe) sowie immer häufiger auch ein Ergometertest auf dem Fahrrad hinzu. Dazu gibt es je nach Sportart spezifische Untersuchungen wie z.B. einen Hörtest beim Schießsport.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

Die sportärztliche Visite in Südtirol darf von Sportärzten, die im nationalen Register eingetragen sind, durchgeführt werden. Außerdem dürfen diese Visiten nur in den von der Provinz Südtirol akkreditierten Strukturen durchgeführt werden.
Konkret bedeutet dies, dass die sportärztlichen Visiten aktuell nur

  • im öffentlichen Dienst – Sportmedizin Bozen, Brixen, Bruneck
  • sowie in den aktuell akkreditierten Kliniken/Ambulatorien St. Anna (Meran)
    • Dolomiti Sportclinic (St. Ulrich)
    • und Ambulatorium Dr. Coscia (Hotel Bad Moos/Sexten)
    • Familysalus (Bozen) und Easylab Trentino Alto Adige (Bozen)

durchgeführt werden dürfen. 

Visiten und Zeugnisse, die von privaten Sportärzten in Südtirol durchgeführt und ausgestellt werden, die nicht in den oben genannten akkreditierten Kliniken/Ambulatorien arbeiten, sind auch weiterhin ungültig. Auch Sportärzte, die in das nationale Register eingetragen sind und außerhalb der Provinz Bozen tätig sind, dürfen in Südtirol keine sportmedizinische Untersuchung durchführen. Wohl aber können die Sportler selbst die Untersuchung in einer anderen italienischen Provinz durchführen lassen.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

Sportler, welche die vom Fachsportverband vorgeschriebene Altersgrenze (z.B. 12 Jahre für Fußballer) noch nicht erreicht haben und somit laut Fachsportverband die Sportart nicht wettkampfmäßig ausüben, müssen eine sogenannte Tauglichkeitsbescheinigung vorweisen. Diese kann entweder vom Kinderarzt oder vom jeweiligen Vertrauensarzt durchgeführt werden. Untersuchungen beim Kinderarzt (sofern es sich nicht um einen Privatarzt handelt) werden kostenlos durchgeführt. Mit dem Ministerialdekret vom 18. Oktober 2014 wurde zusätzlich ein verpflichtendes, einmaliges Ruhe-EKG für die Tauglichkeitsuntersuchung vorgeschrieben.

Ausnahmen gelten z.B. für die Teilnahme an Schnupperkursen, oder an Veranstaltungen mit Freizeit- und Erholungscharakter. Hier sieht das Landesgesetz vom 13. Jänner 1992, Nr. 1, Art. 21, Abs. 1/bis folgendes vor: „Für die Ausübung von motorischen Tätigkeiten mit Freizeit- und Erholungscharakter ist keinerlei ärztliche Bescheinigung erforderlich.“ Den Freizeit- und Erholungscharakter verliert eine Veranstaltung, wenn in deren Rahmen Wettkämpfe (z.B. Abschlussrennen beim Skikurs) stattfinden – in diesem Fall wird wiederum eine sogenannte Tauglichkeitsbescheinigung benötigt.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

1. Wo bzw. bei wem kann ich in Südtirol die sportmedizinische Visite durchführen lassen?
Die sportmedizinische Visite in Südtirol darf ausschließlich von Fachärzten für Sportmedizin, die im nationalen Register eingetragen sind, durchgeführt werden. Außerdem dürfen diese Visiten nur in den von der Provinz Südtirol akkreditierten Strukturen erledigt werden (also nicht auf Sportplätzen, in Turnhallen, etc.). Konkret bedeutet dies, dass die sportärztlichen Visiten aktuell nur im öffentlichen Dienst – Sportmedizin Bozen, Brixen, Bruneck – sowie in den aktuell akkreditierten Kliniken/Ambulatorien St. Anna (Meran), Dolomiti Sportclinic (St. Ulrich) und Ambulatorium Dr. Coscia (Hotel Bad Moos/Sexten), Familysalus (Bozen) und Easylab Trentino Alto Adige (Bozen) durchgeführt werden dürfen. Visiten und Zeugnisse, die von privaten Sportärzten in Südtirol durchgeführt und ausgestellt werden, die nicht in den oben genannten akkreditierten Kliniken/Ambulatorien arbeiten, sind auch weiterhin ungültig. Auch Sportärzte, die in das nationale Register eingetragen sind und außerhalb der Provinz Bozen tätig sind, dürfen in Südtirol keine sportmedizinische Untersuchung durchführen. Wohl aber können die Sportler selbst die Untersuchung in einer anderen italienischen Provinz durchführen lassen.

 

2. Sind auch sportmedizinischen Visiten in den Sprengeln möglich?
Ja, der sportmedizinische Dienst von Bozen bietet auch sportärztliche Visiten in Sprengelsitzen an. Konkret gilt dies für die folgenden Sprengel:

  • Unterland: Sprengelsitz Neumarkt (Bonattiplatz 1), Ambulatorium für Sportmedizin am Montag zwischen 8:30-12:30 Uhr und 13:30-15:00 Uhr
  • Eggental/Schlern: Sprengelsitz Kardaun (Steineggweg 3), Ambulatorium für Sportmedizin am Donnerstag zwischen 9:00-12:30 Uhr und 13:30-15:00 Uhr
  • Gröden: Sprengelsitz Gröden (Purger Straße 14, St. Ulrich), Ambulatorium für Sportmedizin am Dienstag zwischen 9:00-12:30 Uhr und 13:30-15:00 Uhr
  • Überetsch: Sprengelsitz Kaltern (Rottenburgerplatz 1), Ambulatorium für Sportmedizin am Freitag zwischen 8:30-12:30 Uhr und 13:30-15:00 Uhr
  • Meran: Krankenhaus Meran (Rossinistraße 5), Ambulatorium für Sportmedizin (Poliambulatorien Medizin und Kardiologie), am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag zwischen 8:30-12:30 Uhr und 13:30-16:00 Uhr
  • Schlanders: Krankenhaus Schlanders (Krankenhausstraße 3) Ambulatorium für Sportmedizin (Poliambulatorien Urologie), am Montag zwischen 9:00-12:30 Uhr und 13:30-16:00 Uhr sowie am Samstag zwischen 8:00-12:00 Uhr und 13:30-17:00 Uhr

Die Anmeldung zu den sportmedizinischen Visiten in den genannten Sprengeln erfolgt direkt über den sportmedizinischen Dienst in Bozen.
Außerdem bietet der sportmedizinische Dienst von Brixen auch im Krankenhaus von Sterzing jeweils mittwochs von 14 bis 16 Uhr sportärztliche Visiten an.

 

3. Kann ich die sportmedizinische Visite auch außerhalb der Provinz Bozen machen?
Ja, die Untersuchung kann auch in anderen Provinzen bzw. Regionen Italiens gemacht werden, sofern der Sportfacharzt in einer öffentlichen oder von der jeweiligen Region anerkannten Struktur arbeitet. Letztgenannter Dienst muss dann allerdings zur Gänze selbst bezahlt werden.

Eine sportmedizinische Untersuchung außerhalb des italienischen Staatsgebietes ist hingegen nicht erlaubt bzw. wird diese in Italien nicht anerkannt. Das bedeutet konkret, dass sportmedizinische Untersuchungen und Zeugnisse, die beispielsweise in Österreich oder der Schweiz durchgeführt bzw. ausgestellt wurden, in Südtirol ungültig sind.

 

4. Was muss ich bei der Anmeldung zur sportmedizinischen Visite beachten?
Zunächst einmal sollte die Anmeldung frühzeitig beim jeweiligen sportmedizinischen Dienst (Bozen, Brixen, Bruneck) erfolgen. Die Anmeldung ist entweder über den Verein (empfohlen) oder privat (siehe Frage 5 – Bezahlung) möglich.

Bei der Anmeldung sind der Vor- und Nachname und das Geburtsdatum des Sportlers, die Fälligkeit des aktuell gültigen Zertifikats, die Sportart, sowie der gewünschte Termin für die sportmedizinische Visite anzugeben.

Eine Sammelanmeldung über den jeweiligen Sportverein ist in Bozen und Bruneck möglich. Dabei müssen sofort bei Anmeldung die oben genannten Daten (Name, Geburtsdatum, Fälligkeit des Zertifikats, Sportart) bekannt gegeben werden. Werden diese Daten bei der Sammel-anmeldung nicht innerhalb der Frist angegeben, werden keine Plätze reserviert um eine unnötige Verlängerung der Wartelisten zu verhindern.

 

5. Wie viel kostet die sportmedizinische Visite und wo bzw. wann kann ich bezahlen?
Für Minderjährige und Sportler mit Behinderung ist die sportmedizinische Untersuchung bei Anfrage über den jeweiligen Sportverein im öffentlichen Dienst (Sportmedizin Bozen, Brixen, Bruneck) kostenlos. Erwachsene zahlen bei Anfrage über den jeweiligen Sportverein den Preis für das Ticket (36,15 Euro für Grunduntersuchungen des Typs B, bzw. 25,80 Euro für die Grunduntersuchungen des Typs A1 – eventuelle Zusatzuntersuchungen für eine Sportart sind zusätzlich zu bezahlen). Ohne Anfrage des Sportvereins, also bei privater Anmeldung ist der volle Preis (51,70 Euro bzw. 62,00 Euro mit Ergometrie) zu bezahlen. Die Bezahlung ist direkt vor Ort beim sportmedizinischen Dienst bzw. im Ticketbüro (Brixen und Sterzing) möglich. Wo kein Kassadienst vorhanden ist, wird dem Sportler eine Rechnung zugestellt.

Der Preis für das ärztliche Zeugnis für Leistungssport in den akkreditierten privaten Kliniken/Ambulatorien wird hingegen von jeder Klinik bzw. jedem Ambulatorium frei festgelegt.

Der jeweilige Untersuchungstyp (A oder B) ist abhängig von der jeweiligen Sportart und wird vom Fachsportverband festgelegt. Die Zuordnung der Sportarten zu den Untersuchungstypen finden Sie in der Tabelle Untere Altersgrenze für Sportvisiten nach Sportarten im VSS auf www.vss.bz.it unter Downloads. Wichtig: Kinder unter dem vorgeschriebenen Mindestalter haben kein Anrecht darauf, die Eignungsuntersuchung kostenlos durchführen zu lassen.

 

6. Was muss ich bei der sportmedizinischen Visite vorlegen?
Der Sportler muss bei der sportmedizinischen Visite einen gültigen Ausweis mit Lichtbild, seine Gesundheitskarte, sowie das ausgefüllte Anamneseblatt (bei Minderjährigen von einem Elternteil unterschrieben) mitnehmen. Sollte eine medizinische Dokumentation über bestehende oder durchgemachte Erkrankungen vorliegen, sollte auch diese vorgelegt werden.

Bei Anmeldung über den Verein ist das Gesuchsformular für die sportmedizinische Visite vorzulegen. Dieses muss vom Präsidenten des Sportvereins ordnungsgemäß ausgefüllt unterschrieben und mit Stempelversehen worden sein, damit der Sportler die Visite zum Tickettarif durchführen kann. Wichtig ist, dass auf dem Gesuchsformular auch die Sportart, für die die Untersuchung beantragt wird, steht.

Bei der sportmedizinischen Visite ist auch eine Urinprobe abzugeben. Um die Untersuchungszeit zu verkürzen, sollte nach Möglichkeit Urin in einer dafür vorgesehenen Prouvette bereits mitgebracht werden (bei Nachmittagsvisiten sollte eine zwischenzeitliche Lagerung im Kühlschrank garantiert sein). Eine Harnentnahme ist aber auch vor Ort noch möglich.

Anmerkung: Anamneseblatt und Gesuchsformular (Bozen, Brixen, Bruneck) sind auf der Homepage des VSS als Download verfügbar.

 

7. Wann erhalten die Untersuchten das ausgestellte Attest?
Sofern der betreffende Sportler für geeignet erklärt wird und bereits bezahlt hat, bekommt er das ärztliche Attest gleich nach der Untersuchung ausgehändigt. Wichtig ist, dass zu diesem Zeitpunkt der Urinbefund bereits ausgewertet wurde. In Bozen und Bruneck erfolgt dies direkt bei der Untersuchung. Ausnahme bildet der sportmedizinische Dienst in Brixen. Hier wird der Urinbefund erst später ausgewertet. Das Attest wird dann per Post nachgeschickt.

 

8. Wie lange ist das ausgestellte Attest gültig?
Die Gültigkeit des Attests richtet sich nach der Sportart und dem Untersuchungstyp (A oder B). Die Zuordnung der Sportarten zu den Untersuchungstypen finden Sie in der Tabelle Untere Altersgrenze für Sportvisiten nach Sportarten im VSS auf www.vss.bz.it unter Downloads.


ACHTUNG: Alle hier beantworteten Fragen beziehen sich auf die sportmedizinische Untersuchung für den Wettkampfsport. Tauglichkeitsuntersuchungen für den Nicht-Wettkampfsport, sowie für Sportler, die noch nicht das vom jeweiligen Fachsportverband festgelegte Alter für Wettkampfsport erreicht haben, können kostenlos beim Basiskinderarzt (solange das Kind dort eingeschrieben ist), beim Hausarzt (kostenpflichtig) oder beim sportmedizinischen Dienst (kostenpflichtig) durchgeführt werden.

Defibrillator-Pflicht für Sportvereine

Seit 4. August 2013 ist das Dekret des Gesundheitsministeriums vom 24. April 2013 (Veröffentlichung in der Gazzetta Ufficiale vom 20. Juli 2013) in Kraft, welches unter anderem eine Defibrillatoren-Pflicht für Sportvereine vorsieht. Mit einem Rundschreiben bietet der VSS Hilfestellung bei der Umsetzung der Bestimmungen.

Um alle Fragen zu klären, die rund um die Defibrillatoren entstanden sind, hat der VSS eine eigene Task Force eingerichtet. Dieser Arbeitsgruppe gehören Sportmediziner und Rechts-Experten an. Für den VSS sind Obmann Günther Andergassen, dessen Vize Much Pichler sowie Thomas Ladurner dabei. Mehrere Rundschreiben sind bereits an die Vereine gegangen.

Jede Sportanlage muss mit einem oder meheren Defibrillatoren ausgestattet sein. Der (Amateur-)Sportverein ist mit 1. Juli 2017 verpflichtet bei offiziellen Wettkämpfe der Sportfachverbände sowie bei Wettkampftätigkeit der Sportförderungskörperschaften eine im Umgang mit dem Defibrillator geschulte Person vor Ort zu haben. Das Gerät selbst sollte maximal 2-3 Minuten von der Sportanlage entfernt sein und muss öffentlich zugänglich sowie gekenntzeichnet sein. Für die Anschaffung der Geräteist in Südtirol der Besitzer der Sportanlagen zuständig. Anlagen die im Besitz der Gemeinde sind, werden von den Gemeinden ausgestattet.

Ausschließlich speziell ausgebildetes Personal. Dafür ist der Besuch von Kursen notwendig, die im Regelfall acht Stunden (Theorie und Praxis) dauern. Im Abstand von zwei Jahren sind Auffrischungskurse notwendig. Der VSS rät, dass aus praktischen Gründen zumindest alle Trainer und Übungsleiter eines Vereins eine entsprechende Ausbildung machen.

Der VSS weist außerdem darauf hin, dass diese Personen keine Verantwortung für den Verlauf der Rettungsaktion tragen.

Seit dem 4. August 2013 ist das sogenannte Balduzzi-Dekret des Gesundheitsministeriums in Kraft, welches neben der Anschaffung von Defibrillatoren auch die Schulung von Personen vorsieht, die den halbautomatischen Defibrillator im Ernstfall benützen dürfen. Während die Anschaffung der Geräte dank des Beschlusses der Landesregierung vom Nr. 1525 vom 9/12/2014 von den Besitzern der Sportanlage erfolgen muss, hat der Sportverein weiterhin die Aufgabe Personen im Umgang mit dem Gerät auszubilden. Nach mehrfachem Aufschub trat das Gesetz mit 1. Juli 2017 definitiv in Kraft. Aus diesem Grund hat sich der VSS entschlossen, gemeinsam mit dem Weißen Kreuz, BLSD-Kurse anzubieten. VSS-Mitglieder erhalten bei Anmeldung über den Verband der Sportvereine Südtirols einen Vorzugspreis. Außerdem übernimmt das Weiße Kreuz die Wartung von bestimmten Geräten und die bürokratischen Verpflichtungen nach dem Einsatz der Geräte.

 

1. Wann und wo finden vom VSS und dem WK organisierte Kurse statt?
Die in Ihrer Nähe angebotenen Kurstermine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Termin-Dokument im Bereich Downloads --> Sport & Gesundheit. Um die Ausbildung von Beginn an möglichst gleichmäßig anbieten zu können, bitten wir Sie, sich nur für Kurse in ihrem Bezirk anzumelden. Die Plätze sind limitiert. Sollten in einem angrenzenden Bezirk noch freie Plätze verfügbar sein, werden wir Sie darüber informieren. Mindestanzahl für die Durchführung des Kurses sind zehn Teilnehmer.

 

2. Wie gliedert sich der BLSD-Kurs?
Es handelt sich um einen achtstündigen Kurs. Vier Stunden davon sind ein allgemeiner, sogenannter Basic Life Support (BLS)-Kurs, weitere vier Stunden sind spezifisch der Bedienung des Defibrillators gewidmet. Die beiden Kursteile können entweder an einem Tag oder aufgeteilt auf zwei Tage (jeweils vier Stunden) angeboten werden. Personen, die bereits einen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, brauchen nur mehr die vier Stunden „Defibrillator“ absolvieren.

 

3. Wie viel kostet ein BLSD-Kurs?
Der achtstündige BLSD-Kurs für alle, die keinen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, kostet für VSS-Mitglieder 112,00- Euro pro Person und ist damit um 20 Prozent günstiger als der Listenpreis.

Der vierstündige Kurs für alle, die einen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, kostet für VSS-Mitglieder 70,00- Euro pro Person und ist damit um 10 Prozent günstiger als der Listenpreis.

Die Bezahlung erfolgt direkt an das Weiße Kreuz. Dafür stellt die Rettungsorganisation eine Rechnung an die im Anmeldeformular angegebene Rechnungsadresse aus.

 

4. Wie erfolgt die Anmeldung?
Die Erstanmeldung erfolgt über den Verband der Sportvereine Südtirols (VSS). Bitte füllen Sie dafür das eigens vorgesehene Anmeldeformular vollständig aus und schicken Sie es unterschrieben an die Geschäftsstelle des VSS (Fax: 0471 979 373 – E-Mail: info@vss.bz.it). Es werden nur vollständig ausgefüllte und unterschriebene Formulare akzeptiert, die spätestens zehn Tage vor Beginn des jeweiligen Kurses beim VSS einlangen. Pro Kurs kann nur eine gewisse Anzahl an Auszubildenden aufgenommen werden. Mindestanzahl für die Durchführung des Kurses sind zehn Teilnehmer. Die Auswahl und Zuweisung erfolgt durch den VSS. Wir leiten die entsprechenden Anmeldungen nach erfolgter Kontrolle an das Weiße Kreuz weiter.

 

5. Welche Daten müssen bei der Anmeldung angeben werden?
Das Anmeldeformular ist in vier größere Blöcke unterteilt:

  • Bei den persönlichen Daten benötigen wir den vollständigen Namen des Kursteilnehmers, sowie dessen Geburtsdatum.
  • Bei den Kontaktdaten benötigen wir die Postanschrift sowie die E-Mail-Adresse und die Handynummer (wichtig für den SMS-Erinnerungsservice des Weißen Kreuzes) des Kursteilnehmers.
  • Bei den Kursdaten benötigen wir das gewünschte Kursdatum und den dazu passenden Ort, sowie den Hinweis, ob der Kursteilnehmer bereits einen gültigen BLS-Kurs absolviert hat. Sollte dem so sein, muss auch eine Kopie des gültigen Zertifikats mitgeschickt werden.
  • Bei den zusätzlichen Daten benötigen wir den Namen des Sportvereins und die Sektion für die der Auszubildende tätig ist, sowie die Rechnungsadresse (in der Regel die Adresse des Vereins). Sollte die Rechnung vom Verein bezahlt werden, benötigen wir die MwSt.-Nr. des Vereins. Wenn der Teilnehmer als Privatperson zahlt, brauchen wir hingegen die Steuernummer des Teilnehmers.

Zur Bestätigung muss das Anmeldeformular vom Präsidenten oder dem Sektionsleiter des jeweiligen Vereins unterschrieben werden.

 

6. Wie lange ist die BLSD-Ausbildung gültig?
Die BLSD-Ausbildung ist für zwei Jahre gültig. Nach Ablauf dieser Frist sind Auffrischungskurse (im Regelfall vier Stunden) zu absolvieren. Nach Bestehen des ersten BLSD-Kurses erhält der Teilnehmer eine von der Landesnotrufzentrale ausgestellte Ermächtigung zur Benutzung des Defibrillators.

 

7. Wer sollte eine solche Defibrillatoren-Ausbildung besuchen?
Das Gesetzesdekret sieht vor, dass es eine „genügende Anzahl von Personen“ geben muss, die für den Einsatz von Defibrillatoren ermächtigt sind. Ein Ausgebildeter pro Verein wird daher mit Sicherheit nicht ausreichen. Der VSS rät vor allem aus rein organisatorisch/praktischen Gründen, dass möglichst alle Trainer und Übungsleiter eines Vereins eine entsprechende Ausbildung machen.

 

8. Welche Sportarten sind von der Defibrillatoren-Pflicht ausgenommen?
Ausgenommen von der Defibrillatoren-Pflicht sind Amateursportvereine, die Sportarten mit geringer Herz-Kreislaufbelastung wie z.B. Boccia, Golf, Schießsport, Sportfischen, Schach und Vergleichbares ausüben.

Eine Sonderregelung gibt es auch für Sportarten, die in der freien Natur also außerhalb von Sportanlagen stattfinden. Die Definition einer Sportanlage wird über das Ministerialdekret vom 18. März 1996, Art. 2 gegeben.