Sport und Gesundheit

Ausreichend Bewegung und Sport sind eine wichtige Grundlage für ein gesundes Leben bis ins hohe Alter. Leider können aber auch beim Sport Unfälle geschehen, Sportler können sich verletzen oder auf Grund körperlicher Schwierigkeiten  gesundheitliche Schwierigkeiten bekommen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Gerade aus diesem Grund gibt es die gesetzlich verpflichtenden sportmedizinischen Untersuchungen. Da jeder Fachsportverband die Grenzen selbst festlegen kann, kommt es dabei leider manchmal zu Verwirrungen. Der VSS versucht dem mit Rundschreiben und aktuellen Tabellen entgegenzuwirken. 

Seit August 2013 schreibt ein Dekret des Gesundheitsministeriums zusätzlich eine Defibrillator-Pflicht für Sportvereine vor. Die Anschaffung der Geräte ist Aufgabe der Anlagenbesitzer, die Amateursportvereine müssen dafür sorgen, dass bis 30. Juni 2017 ausgebildetes Personal beim Training und Wettkampf anwesend ist.

Verpflichtende sportmedizinische Untersuchungen

Mit Inkrafttreten des sog. Balduzzi-Dekrets, das unter anderem eine Defibrillatoren-Pflicht für Vereine vorsieht, gab es einige Unruhe, weil darin auch Änderungen bei den sportmedizinischen Untersuchungen verbunden waren. Diese Änderungen wurden mit dem sogenannten Decreto del Fare Nr. 69 vom 9. August (Veröffentlichung in der Gazzetta Ufficiale vom 20.08.2013) aber wieder aufgehoben.

Damit bleibt im Bereich der sportmedizinischen Untersuchungen alles so, wie es auch schon in den Jahren zuvor war. Dies bedeutet, dass Sportler ab einem vom jeweiligen Fachsportverband festgelegten Alter eine gesetzlich verpflichtende sportärztliche Visite absolvieren müssen, sofern sie eine Sportart wettkampfmäßig (Meisterschaften, Turniere, etc.) betreiben. Jene unterhalb der festgelegten Altersgrenze müssen wie bisher die sogenannte Tauglichkeitsuntersuchung beim Kinder- oder Vertrauensarzt durchführen. FAQ sportmedizinische Visite

Grundsätzlich wird zwischen zwei Typen von Sportvisiten unterschieden, jene für Sportarten mit hoher Herz-Kreislauf-Belastung (Typ B) und jene mit geringer Herz-Kreislauf-Belastung (Typ A). Zu letzterer Kategorie gehören beispielsweise Schach, Fischen, Motorsportarten aber auch Golf und Sportschießen.

Die Untersuchung des Typs A umfasst eine ärztliche Visite, den Urinbefund und ein Ruhe-EKG. Nur zehn Prozent der sportärztlichen Visiten in Südtirol betreffen diesen Typus.

Bei den Untersuchungen des Typs B kommen noch ein Belastungs-EKG, eine Spirometrie (Lungenfunktionsprobe) sowie immer häufiger auch ein Ergometertest auf dem Fahrrad hinzu. Dazu gibt es je nach Sportart spezifische Untersuchungen wie z.B. einen Hörtest beim Schießsport.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

Die sportärztliche Visite in Südtirol darf von Sportärzten, die im nationalen Register eingetragen sind, durchgeführt werden. Außerdem dürfen diese Visiten nur in den von der Provinz Südtirol akkreditierten Strukturen durchgeführt werden.
Konkret bedeutet dies, dass die sportärztlichen Visiten aktuell nur

  • im öffentlichen Dienst – Sportmedizin Bozen, Brixen, Bruneck
  • sowie in akkreditierten Kliniken/Ambulatorien

durchgeführt werden dürfen. 

Visiten und Zeugnisse, die von privaten Sportärzten in Südtirol durchgeführt und ausgestellt werden, die nicht in den oben genannten akkreditierten Kliniken/Ambulatorien arbeiten, sind auch weiterhin ungültig. Auch Sportärzte, die in das nationale Register eingetragen sind und außerhalb der Provinz Bozen tätig sind, dürfen in Südtirol keine sportmedizinische Untersuchung durchführen. Wohl aber können die Sportler selbst die Untersuchung in einer anderen italienischen Provinz durchführen lassen.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

Sportler, welche die vom Fachsportverband vorgeschriebene Altersgrenze (z.B. 12 Jahre für Fußballer) noch nicht erreicht haben und somit laut Fachsportverband die Sportart nicht wettkampfmäßig ausüben, müssen eine sogenannte Tauglichkeitsbescheinigung vorweisen. Diese kann entweder vom Kinderarzt oder vom jeweiligen Vertrauensarzt durchgeführt werden. Untersuchungen beim Kinderarzt (sofern es sich nicht um einen Privatarzt handelt) werden kostenlos durchgeführt. Mit dem Ministerialdekret vom 18. Oktober 2014 wurde zusätzlich ein verpflichtendes, einmaliges Ruhe-EKG für die Tauglichkeitsuntersuchung vorgeschrieben.

Ausnahmen gelten z.B. für die Teilnahme an Schnupperkursen, oder an Veranstaltungen mit Freizeit- und Erholungscharakter. Hier sieht das Landesgesetz vom 13. Jänner 1992, Nr. 1, Art. 21, Abs. 1/bis folgendes vor: „Für die Ausübung von motorischen Tätigkeiten mit Freizeit- und Erholungscharakter ist keinerlei ärztliche Bescheinigung erforderlich.“ Den Freizeit- und Erholungscharakter verliert eine Veranstaltung, wenn in deren Rahmen Wettkämpfe (z.B. Abschlussrennen beim Skikurs) stattfinden – in diesem Fall wird wiederum eine sogenannte Tauglichkeitsbescheinigung benötigt.

Alle relevanten Formulare und Dokumente finden Sie unter Downloads.

Häufig gestellte Fragen zur sportmedizinischen Visite

Athleten, welche COVID-positiv waren, werden von der FMSI in drei Gruppen unterteilt:

  • A1: Athleten ohne oder mit sehr geringen Symptomen (Fieber, Husten, Geruchs- und Geschmacksverlust usw.)
  • A2: Menschen mit mittelschweren Symptomen
  • A3: Menschen mit sehr schweren Symptomen bis hin zum Aufenthalt auf der Intensivstation

Bevor ein Sportler die sportärztliche Visite durchführt bzw. bei der sportärztlichen Untersuchung wird über die Anamnese, und eventuell vorliegender ärztlicher Berichte/Untersuchungen festgestellt, welche Symptome wie lange aufgetreten sind, und damit kann die Einstufung des Patienten/Sportler in die Gruppe A1, A2 oder A3 erfolgen.

Frühestens 30 Tage nach Heilung, also 30 Tage nach Ablauf der Quarantäne (auch wenn der letzte PCR-Test positiv war, siehe dazu aber nächste FAQ), können die Untersuchungen gemacht werden.
Eine Ausnahme für diese Regelung gilt für Athleten im nationalen oder internationalen Interesse, für diese kann das Protokoll der Profisportler angewendet werden (welches viel strenger ist als jenes für den Amateursport). In diesem Fall kann bereits 14 Tage nach dem Ende der Quarantäne, auch wenn der letzte PCR-Test positiv ausgefallen ist (siehe nächste FAQ), die Untersuchung für Profisportler gemacht werden.

Folgende Zusatzuntersuchungen sind nach einer COVID-Erkrankung, für alle Sportler egal welcher Sportart, zu machen:

  • Ergometrie mit Messung der Sauerstoffsättigung (=EKG unter Belastung – zuständiger Dienst: Sportmedizin)
  • Spirometrie (=Untersuchung der Lungenfunktion mit Messung der Luftmenge und Geschwindigkeit beim Atmen – zuständiger Dienst: Sportmedizin)
  • Echokardiogramm (=Herzultraschall – zuständiger Dienst: Kardiologie oder Pädiatrie) – in Bruneck auch direkt beim sportmedizinischen Dienst möglich

Wird das Protokoll für Profisportler angewandt und die COVID-Folgeuntersuchung bereits 14 Tage nach Heilung durchgeführt, dann werden in der Regel zusätzlich zu den oben angeführten Untersuchungen noch weitere Untersuchungen, darunter auch eine Ergospirometrie, ein 24-h-Holter EKG und verschiedene Bluttests, durchgeführt. Diese Untersuchungen erfolgen auch dann, wenn ein Sportler unter die Gruppe A3 – mit schwerem Verlauf – fällt.

Folgende Voraussetzungen sind notwendig um die Untersuchungen zu machen:

  • Wenn die COVID-Infektion weniger als 3 Monate zurückliegt und die Quarantäne mit einem positiven PCR-Test beendet wurde, muss man vor dem Termin der Untersuchung im Besitz eines negativen PCR-Tests sein
  • Wenn die COVID-Infektion länger als 3 Monate zurückliegt wird direkt vor Ort (keine Vormerkung notwendig) von der Sportmedizin ein Antigen-Schnelltest durchgeführt, welcher selbstverständlich ein negatives Ergebnis aufweisen muss

Sollte der letzte PCR-Test nicht negativ gewesen sein, so kann der PCR-Test vorab selbst bei einer zugelassenen Stelle durchgeführt werden und das Testergebnis bei der Untersuchung mitgebracht werden oder wenige Tage vor der Untersuchung direkt beim sportmedizinischen Dienst gemacht werden. Hierfür ist eine Anmeldung in der Sportmedizin notwendig.

ACHTUNG: Die Notwendigkeit zur Durchführung eines PCR-Tests sollte deshalb unbedingt bei der Vormerkung des Termins für die Untersuchungen abgeklärt bzw. mitgeteilt werden.

Fällt der von der Sportmedizin durchgeführte PCR-Test bzw. Antigen-Schnelltest positiv aus, so wird die COVID-Folgeuntersuchung zur Erneuerung des sportärztlichen Zeugnisses um 14 Tage nach hinten verlegt. Dort wird vorab wieder ein PCR-Test gemacht.
Für die Teilnahme an den sportmedizinischen Untersuchungen sind folgende Informationen zu beachten: https://www.sabes.it/de/krankenhaeuser/bozen/sportmedizin-bz.asp

Es ist empfohlen, dass die Person bei der Anmeldung der sportmedizinischen Visite dem Verwaltungspersonal des Sanitätsdienstes mitteilt, dass er COVID-19 gehabt hat. Somit können diese ihnen bereits mitteilen ob noch ein PCR-Test vor der Visite zu machen ist oder in welche Gruppe er fällt und welche Untersuchungen nötig sind. Das Verwaltungspersonal selbst darf die Person aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht fragen, ob er eine COVID-Infektion hatte.

Die Ärzte sollten sich an die Leitlinien/Richtlinien des Gesundheitsministeriums halten, auch wenn es sich hier um Empfehlungen handelt um die Qualität der Behandlung zu gewährleisten. Denn die Leitlinien sind von Experten im jeweiligen Fachgebiet ausgearbeitet, nationale oder meist internationale Richtlinien, um die Qualität zu gewährleisten und jedem Patient die optimalste Behandlung zu bieten.

Der Arzt kann sich im individuellen Fall über die Leitlinien hinwegsetzen, wenn er dies medizinisch begründen kann. Beispielsweise kann er auf das Echokardiogramm verzichten, wenn er dies aufgrund der anderen Untersuchung nicht mehr für notwendig erachtet.

Ja, das sportärztliche Zeugnis verfällt für jene Sportler, welche eine COVID-Infektion hatten und unter Wettkampfsport fallen. Jeder an das CONI angegliederte Fachsportverband hat eine eigene Altersgrenze gesetzt, ab wann beim jeweiligen Verband Wettkampfsport betrieben wird. Beim Tennisverband FIT oder dem Schwimmverband FIN liegt dieses Alter z.B. bei 8 Jahren, beim Fußballverband FIGC z.B. bei 12 Jahren. Kinder, welche unter dem festgelegten Alter des jeweiligen Fachsportverbandes liegen, benötigen hingegen eine Tauglichkeitsbescheinigung vom Kinder- oder Hausarzt. Diese Tauglichkeitsbescheinigung verfällt aber, im Gegensatz zur Wettkampf-Tauglichkeit, nach einer COVID-Erkrankung nicht und muss nicht wiederholt werden (außer der Kinder- oder Hausarzt erachtet dies als notwendig).

Für Kinder, welche die Tauglichkeitsuntersuchung beim Kinder- oder Hausarzt machen, sind weder eine neue Tauglichkeitsuntersuchung noch eine Zusatzuntersuchungen nach einer COVID-Infektion notwendig. Jedoch kann der zuständige Arzt auch entscheiden, dass solche Zusatzuntersuchungen notwendig sind.

Laut den Richtlinien des italienischen Gesundheitsdienstes würde man in Italien nach der Durchführung einer sportärztlichen Visite mit der positiven Bescheinigung der weiteren Zulassung zur Ausübung des Sports nach einer COVID-Erkrankung nur ein „Return to Play“ Zeugnis erhalten, sodass das ursprünglich vor der Infektion ausgestellte sportärztliche Zeugnis noch eine Gültigkeit bis zu seinem eigentlichen Verfallsdatum hat.

In Südtirol hingegen wird mit der Durchführung einer COVID-Folgeuntersuchung das sportärztliche Zeugnis neu ausgestellt und hat eine Gültigkeit von einem Jahr ab dem Datum der Ausstellung. Bei bestimmten Sportarten, wie beispielsweise Kegeln, hat es eine Gültigkeit von 2 Jahren.

Ja, die sportärztlichen Zeugnisse sind gültig wenn sie von einer zur Durchführung der sportärztlichen Visite autorisierten Institution und von einem in der jeweiligen Region/Provinz akkreditieren Sportarzt ausgestellt wurden.

Für diese Sportler bestimmt die Vereinszugehörigkeit, welche Regeln angewandt werden. Sportler, welche im Ausland wohnen, aber einem Südtiroler Verein angehören und dort an Trainings und Wettkämpfen teilnehmen, unterliegen den nationalen Bestimmungen. Diese Sportler müssen also ein sportärztliches Zeugnis bei einem zugelassenen Sportmediziner in Südtirol oder in einer anderen Region Italiens vorweisen können.

Sämtliche Ärzte, die unter folgendem Link angeführt sind, sind zur Durchführung einer sportärztlichen Visite ermächtigt:http://www.provinz.bz.it/gesundheit-leben/gesundheit/downloads/REGISTER_Aerzte_fuer_Sportmedizin.pdf

Die Untersuchungen können zwar im Krankenhaus gemacht werden, die Patienten bekommen aber vom zuständigen Arzt in der Sportmedizin eine Überweisung in die entsprechende Abteilung.

Für alle Untersuchungen ist eine Bewilligung notwendig, die vom sportmedizinischen Dienst ausgestellt wird. Hausärzte sind auch zur Ausstellung berechtigt, sollten aber aufgrund der derzeitigen Zusatzbelastung durch die Pandemie möglichst nicht dafür bemüht werden.

Die Kosten für die zusätzlichen Untersuchungen belaufen sich, wie die sportärztliche Visite selbst, wenn sie über die sportärztlichen Dienste des Südtiroler Sanitätsbetriebes abgewickelt werden, pro Untersuchung auf den üblichen Betrag für ein Ticket:

  • 36,00€ für Erwachsene
  • 18,00€ für zulasten lebende Kinder
  • 0,00€ für ticketbefreite Kinder und Menschen mit Behinderung

Die Wartezeiten betragen je nach Gesundheitsbezirk derzeit ca. zwischen 0 und 14 Tagen. Hier liegt es auch in der Verantwortung der Vereine in Abstimmung mit dem Dienst für Sportmedizin eine längere Wartezeit zu vermeiden, indem nur Athleten zur Visite geschickt werden, die das sportärztliche Zeugnis auch wirklich für Wettkampf oder Training brauchen.

Nein, er ist nicht verpflichtet dem Verein seine COVID-Erkrankung mitzuteilen. Jedoch ist er durchaus verpflichtet seine Erkrankung seinen Hausarzt, dem Sportmediziner, der das sportärztliche Attest ausstellt, und dem Vereinsarzt über seine COVID-Erkrankung in Kenntnis zu setzen.

Nein, das unterliegt dem Privacy-Gesetz. Ausgenommen ist ein evtl. Vereinsarzt, dem die COVID-Erkrankung mitgeteilt werden muss.

Nein, der Sportler darf erst ins Training einsteigen sobald er im Besitz eines gültigen sportärztlichen Attests ist. Es können unentdeckte Folgeschäden bei der sportlichen Belastung auftreten, welche bei der sportärztlichen Visite abgeklärt werden.

Ja, sofern er ein gültiges sportärztliches Zeugnis vorlegt kann er das Training wieder aufnehmen.

Nein, solange der Trainer keine Wettkämpfe bestreitet, die ein gültiges ärztliches Wettkampf-Zeugnis voraussetzten, ist dies nicht notwendig.

Nein, der Verein ist nicht dazu verpflichtet die sportärztlichen Untersuchungen nach deren Vollständigkeit zu überprüfen. Dies liegt rein in der Verantwortung des ausstellenden Arztes. Sehr wohl muss der Verein aber überprüfen, ob ihm vom jeweiligen Sportler ein gültiges sportärztliches Zeugnis vorliegt.

Nein, für den Schulsport gilt dieselbe Regelung wie für den Nicht-Wettkampfsport: Eine Gesundschreibung durch den Kinder- oder Hausarzt ist für die Ausübung des Schulsport ausreichend.

Wenn ein Verein nicht über die Erkrankung Bescheid wusste, haftet die Person, die infiziert war. Hatte der Verein Kenntnis über die COVID-Infektion des Sportlers, und die notwendigen Untersuchungen wurden trotzdem nicht durchgeführt, so haftet auch der Verein.

In diesem Fall haftet der Sportler selbst (und der Fälscher), und der Verein nur dann, wenn er Kenntnis und damit eine Mitverantwortung bzgl. Dokumentenfälschung zu verschulden hat.

Wenn der Verein keine Kenntnis über die COVID-Erkrankung des Sportlers hatte, dann liegt die Haftung beim Sportler selbst bzw. im Falle von Minderjährigen auch bei den Eltern. Hatte der Verein Kenntnis über die COVID-Infektion des Sportlers, und die notwendigen Untersuchungen wurden trotzdem nicht durchgeführt, so haftet auch der Verein.

Danke an Natali Schöpf, welche uns bei der Ausarbeitung der FAQ’s unterstützt hat. www.meinlichtblick.it

Alle Fragen und Antworten finden Sie auch im folgenden Dokument:

Defibrillator-Pflicht für Sportvereine

Seit 4. August 2013 ist das Dekret des Gesundheitsministeriums vom 24. April 2013 (Veröffentlichung in der Gazzetta Ufficiale vom 20. Juli 2013) in Kraft, welches unter anderem eine Defibrillatoren-Pflicht für Sportvereine vorsieht. Mit einem Rundschreiben bietet der VSS Hilfestellung bei der Umsetzung der Bestimmungen.

Um alle Fragen zu klären, die rund um die Defibrillatoren entstanden sind, hat der VSS eine eigene Task Force eingerichtet. Dieser Arbeitsgruppe gehören Sportmediziner und Rechts-Experten an. Für den VSS sind Obmann Günther Andergassen, dessen Vize Paul Romen sowie Thomas Ladurner dabei. Mehrere Rundschreiben sind bereits an die Vereine gegangen.

Jede Sportanlage muss mit einem oder mehreren Defibrillatoren ausgestattet sein. Der (Amateur-)Sportverein ist mit 1. Juli 2017 verpflichtet bei offiziellen Wettkämpfe der Sportfachverbände sowie bei Wettkampftätigkeit der Sportförderungskörperschaften eine im Umgang mit dem Defibrillator geschulte Person vor Ort zu haben. Das Gerät selbst sollte maximal 2-3 Minuten von der Sportanlage entfernt sein und muss öffentlich zugänglich sowie gekennzeichnet sein. Für die Anschaffung der Geräte ist in Südtirol der Besitzer der Sportanlagen zuständig. Anlagen die im Besitz der Gemeinde sind, werden von den Gemeinden ausgestattet.

Ausschließlich speziell ausgebildetes Personal. Dafür ist der Besuch von Kursen notwendig, die im Regelfall acht Stunden (Theorie und Praxis) dauern. Im Abstand von zwei Jahren sind Auffrischungskurse notwendig. Der VSS rät, dass aus praktischen Gründen zumindest alle Trainer und Übungsleiter eines Vereins eine entsprechende Ausbildung machen.

Der VSS weist außerdem darauf hin, dass diese Personen keine Verantwortung für den Verlauf der Rettungsaktion tragen.

Seit dem 4. August 2013 ist das sogenannte Balduzzi-Dekret des Gesundheitsministeriums in Kraft, welches neben der Anschaffung von Defibrillatoren auch die Schulung von Personen vorsieht, die den halbautomatischen Defibrillator im Ernstfall benützen dürfen. Während die Anschaffung der Geräte dank des Beschlusses der Landesregierung vom Nr. 1525 vom 9/12/2014 von den Besitzern der Sportanlage erfolgen muss, hat der Sportverein weiterhin die Aufgabe Personen im Umgang mit dem Gerät auszubilden. Nach mehrfachem Aufschub trat das Gesetz mit 1. Juli 2017 definitiv in Kraft. Aus diesem Grund hat sich der VSS entschlossen, gemeinsam mit dem Weißen Kreuz, BLSD-Kurse anzubieten. VSS-Mitglieder erhalten bei Anmeldung über den Verband der Sportvereine Südtirols einen Vorzugspreis. Außerdem übernimmt das Weiße Kreuz die Wartung von bestimmten Geräten und die bürokratischen Verpflichtungen nach dem Einsatz der Geräte.

1. Wann und wo finden vom VSS und dem WK organisierte Kurse statt?
Die in Ihrer Nähe angebotenen Kurstermine entnehmen Sie bitte dem aktuellen Termin-Dokument im Bereich Ausbildung --> Seminare, Kurse. Um die Ausbildung von Beginn an möglichst gleichmäßig anbieten zu können, bitten wir Sie, sich nur für Kurse in ihrem Bezirk anzumelden. Die Plätze sind limitiert. Sollten in einem angrenzenden Bezirk noch freie Plätze verfügbar sein, werden wir Sie darüber informieren. Mindestanzahl für die Durchführung des Kurses sind zehn Teilnehmer.

2. Wie gliedert sich der BLSD-Kurs?
Es handelt sich um einen achtstündigen Kurs. Vier Stunden davon sind ein allgemeiner, sogenannter Basic Life Support (BLS)-Kurs, weitere vier Stunden sind spezifisch der Bedienung des Defibrillators gewidmet. Die beiden Kursteile können entweder an einem Tag oder aufgeteilt auf zwei Tage (jeweils vier Stunden) angeboten werden. Personen, die bereits einen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, brauchen nur mehr die vier Stunden „Defibrillator“ absolvieren.

3. Wie viel kostet ein BLSD-Kurs?
Der achtstündige BLSD-Kurs für alle, die keinen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, kostet für VSS-Mitglieder 111,00- Euro pro Person und ist damit um 20 Prozent günstiger als der Listenpreis.

Der vierstündige Kurs für alle, die einen gültigen BLS-Kurs vorweisen können, kostet für VSS-Mitglieder 69,00- Euro pro Person und ist damit um 10 Prozent günstiger als der Listenpreis.

Die Bezahlung erfolgt direkt an das Weiße Kreuz. Dafür stellt die Rettungsorganisation eine Rechnung an die im Anmeldeformular angegebene Rechnungsadresse aus.

4. Wie erfolgt die Anmeldung?
Die Erstanmeldung erfolgt über den Verband der Sportvereine Südtirols (VSS). Bitte füllen Sie dafür das eigens vorgesehene Anmeldeformular vollständig aus und schicken Sie es unterschrieben an die Geschäftsstelle des VSS (Fax: 0471 979 373 – E-Mail: info(at)vss.bz.it). Es werden nur vollständig ausgefüllte und unterschriebene Formulare akzeptiert, die spätestens zehn Tage vor Beginn des jeweiligen Kurses beim VSS einlangen. Pro Kurs kann nur eine gewisse Anzahl an Auszubildenden aufgenommen werden. Mindestanzahl für die Durchführung des Kurses sind zehn Teilnehmer. Die Auswahl und Zuweisung erfolgt durch den VSS. Wir leiten die entsprechenden Anmeldungen nach erfolgter Kontrolle an das Weiße Kreuz weiter.

5. Welche Daten müssen bei der Anmeldung angeben werden?
Das Anmeldeformular ist in vier größere Blöcke unterteilt:

  • Bei den persönlichen Daten benötigen wir den vollständigen Namen des Kursteilnehmers, sowie dessen Geburtsdatum.
  • Bei den Kontaktdaten benötigen wir die Postanschrift sowie die E-Mail-Adresse und die Handynummer (wichtig für den SMS-Erinnerungsservice des Weißen Kreuzes) des Kursteilnehmers.
  • Bei den Kursdaten benötigen wir das gewünschte Kursdatum und den dazu passenden Ort, sowie den Hinweis, ob der Kursteilnehmer bereits einen gültigen BLS-Kurs absolviert hat. Sollte dem so sein, muss auch eine Kopie des gültigen Zertifikats mitgeschickt werden.
  • Bei den zusätzlichen Daten benötigen wir den Namen des Sportvereins und die Sektion für die der Auszubildende tätig ist, sowie die Rechnungsadresse (in der Regel die Adresse des Vereins) und eine E-Mail Adresse. Sollte die Rechnung vom Verein bezahlt werden, benötigen wir die MwSt.-Nr. des Vereins. Wenn der Teilnehmer als Privatperson zahlt, brauchen wir hingegen die Steuernummer des Teilnehmers.

Zur Bestätigung muss das Anmeldeformular vom Präsidenten oder dem Sektionsleiter des jeweiligen Vereins unterschrieben werden.

6. Wie lange ist die BLSD-Ausbildung gültig?
Die BLSD-Ausbildung ist für zwei Jahre gültig. Nach Ablauf dieser Frist sind Auffrischungskurse (im Regelfall vier Stunden) zu absolvieren. Nach Bestehen des ersten BLSD-Kurses erhält der Teilnehmer eine von der Landesnotrufzentrale ausgestellte Ermächtigung zur Benutzung des Defibrillators.

7. Wer sollte eine solche Defibrillatoren-Ausbildung besuchen?
Das Gesetzesdekret sieht vor, dass es eine „genügende Anzahl von Personen“ geben muss, die für den Einsatz von Defibrillatoren ermächtigt sind. Ein Ausgebildeter pro Verein wird daher mit Sicherheit nicht ausreichen. Der VSS rät vor allem aus rein organisatorisch/praktischen Gründen, dass möglichst alle Trainer und Übungsleiter eines Vereins eine entsprechende Ausbildung machen.

8. Welche Sportarten sind von der Defibrillatoren-Pflicht ausgenommen?
Ausgenommen von der Defibrillatoren-Pflicht sind Amateursportvereine, die Sportarten mit geringer Herz-Kreislaufbelastung wie z.B. Boccia, Golf, Schießsport, Sportfischen, Schach und Vergleichbares ausüben.

Eine Sonderregelung gibt es auch für Sportarten, die in der freien Natur also außerhalb von Sportanlagen stattfinden. Die Definition einer Sportanlage wird über das Ministerialdekret vom 18. März 1996, Art. 2 gegeben.