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„Wertvolle Tätigkeit der Sportvereine anerkennen“

Allgemeine News

Sport und Bewegung sind wertvoll für die gesamte Gesellschaft. Dementsprechend forderte VSS-Obmann Günther Andergassen bei der Mitgliederversammlung des Verbands der Sportvereine Südtirols (VSS) am 6. Mai in Bozen eine entsprechende Anerkennung von Seiten der Politik. Mit dem Jahresmotto „Sport ist wert(e)voll“ will der Verband die wichtige Arbeit der Sportvereine ins Zentrum der Aufmerksamkeit stellen.

Der Sport besitzt einen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft. Nicht zuletzt dank der unermüdlichen und wertvollen Arbeit der Südtiroler Amateursportvereine gehören Südtirols Kinder und Jugendliche zu den gesündesten und aktivsten im nationalen und internationalen Vergleich. Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) belegten dies letzthin eindrucksvoll. Gerade deshalb forderte VSS-Obmann Günther Andergassen auf der 46. Mitgliederversammlung des Verbandes der Sportvereine Südtirols (VSS) eine entsprechende Anerkennung und eine noch stärkere Förderung von Seiten der Politik. „Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die großartigen nationalen und internationalen Erfolge der Südtiroler Sportler erst durch die alles entscheidende Basisarbeit der Amateursportvereine ermöglicht wird“, hob Andergassen einmal mehr den Stellenwert des Breitensports hervor.

 

Überhaupt waren es die Werte, die im Zentrum der Mitgliederversammlung von Südtirols größter Interessenvertretung standen. „Das wertvolle in Südtirols Sport, das sind Sie, die Funktionäre des Sport“, fand etwa Landesrätin Martha Stocker in ihren Grußworten. Passend zum VSS-Jahresmotto „Sport ist wert(e)voll“ referierte der Moraltheologe Prof. Dr. Martin M. Lintner über die Rolle des Sports bei der Vermittlung von Werten. Der Provinzial der Tiroler Servitenprovinz betonte dabei einmal mehr die Bedeutung von grundlegenden Werten wie Fairness, Ehrlichkeit und Respekt für die gesamte Gesellschaft. Gerade der Sport schaffe es, diese Werte erfolgreich zu transportieren. „Außerdem tragen Sport und Bewegung zu einer gesundheitlichen Entwicklung bei“, ergänzte VSS-Obmann Günther Andergassen. Gerade deshalb wolle der VSS vor allem möglichst viele Kinder und Jugendliche für den Sport und die Bewegung begeistern. Vorgestellt wurde außerdem ein Projekt in Zusammenarbeit mit den „Südtiroler Ärzten für die Welt“. Gemeinsam sollen Kinder in Äthiopien unterstützt werden.

 

Eines hat sich zudem auch 2015 wieder eindrücklich gezeigt: Die Herausforderungen für die Sportvereine nehmen beständig zu. Neben der Defibrillatorenpflicht, die mit 20. Juli 2016 in Kraft trifft, gilt es für die ehrenamtlichen Funktionäre zusätzlich zahlreiche bürokratische und steuerrechtliche Probleme und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dementsprechend stark wurde im Vorjahr der von der VSS-Geschäftsstelle angebotene Servicedienst in Anspruch genommen. „Gemeinsam mit dem Weißen Kreuz konnten wir beispielsweise bereits über 1.700 Personen im Umgang mit Defibrillatoren ausbilden“, verriet Andergassen im Rahmen der Mitgliederversammlung. Dennoch gibt es gerade bei der Defibrillatorenpflicht noch offene Punkte, die geklärt werden müssen. Darauf werde der VSS auch in Zukunft pochen.

 

Besorgt zeigte sich VSS-Obmann Günther Andergassen in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sportverein: „Obwohl im Bildungsgesetz der Sport ausdrücklich genannt ist, wurde dennoch eine Akkreditierung der Sportvereine verfügt.“ Selbst wenn diese gewährt wird, gibt es keine Garantie, dass die Schulen den Sportverein tatsächlich anerkennen. Andergassen fordert daher einen Abbau der Bürokratie und die Entwicklung eines sinnvollen Schulorganisationsmodells. „Nur so kann das angestrebte Ziel, nämlich eine Entlastung der Schüler, erreicht werden“, so der VSS-Obmann. Positive Beispiele wie das Projekt „Schule und Sportverein – Partner in Bewegung“ gibt es bereits jetzt. Dafür brauche es aber den Willen aller Beteiligten und einen ständigen Dialog auf Augenhöhe.

 

Trainer & Trainerin des Jahres

Apropos Trainer: Zum bereits zwölften Mal zeichnete der Verband der Sportvereine Südtirols im Rahmen seiner Mitgliederversammlung die Trainerin und den Trainer des Jahres aus. Die Preisträger 2015 sind Ruth Mayr vom SSV Bruneck und Karlheinz Goller vom SC Gröden.

Mayr gehört zu den bekanntesten Leichtathletinnen des Landes. Auch nach ihrer aktiven Zeit ist die Mutter dreier Kinder ihrer Sportart treu geblieben. Die Sportlehrerin führte als Trainerin des SSV Bruneck zahlreiche Athleten zu Italienmeisterschaften und zu internationalen Wettkämpfen. Der größte Erfolg im letzten Jahr war der Sieg von Thomas Schifferegger bei den Jugend-Italienmeisterschaften im Weitsprung.

Karlheinz Goller hat sich hingegen im Skisport längst einen Namen gemacht. Der staatlich geprüfte Skilehrer ist außerdem Erfolgstrainer beim SC Gröden. Zahlreiche seiner Athleten, unten ihnen etwa Abfahrts-Ass Verena Stuffer, schafften es bis in den Weltcup. Aktuell trainieren mit Nicol und Nadia Delago zwei der größten Südtiroler Skitalente unter Goller.

Mayr und Goller treten die Nachfolge von Sabrina Da Col und Paul Forrer an. Alle Trainer des Jahres finden Sie übrigens unter www.vss.bz.it/projekte/trainer-trainerin-des-jahres


Eckdaten zum VSS

Der VSS als Vertreter der deutsch- und ladinischsprachigen Sportvereine Südtirols ist mit mehr als 85.000 Aktiven der mitgliederstärkste Verband Südtirols. Er umfasst 17 verschiedene Sportreferate. Mit 523 Vereinen und 1135 Sektionen hat der VSS einen neuen Höchststand erreicht. An den verschiedenen VSS-Wettkämpfen nahmen 2015 mehr als 16.500 Sportler teil. Für die Förderung dieser Sportprogramme und für die Aus- und Weiterbildung gab der VSS 2015 rund 690.000 Euro aus.

VSS-Obmann Günther Andergassen
Landesrätin Martha Stocker
Prof. Dr. Martin M. Lintner OSM
Josef Platter, Landesrätin Martha Stocker, Ruth Mayr (SSV Bruneck/VSS-Trainerin des Jahres 2015), Hansjörg Goller (SC Gröden/VSS-Trainer des Jahres 2015), VSS-Obmann Günther Andergassen, Sigurth Wachtler.
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